Glossar — Fachbegriffe im Kassensystem¶
Alle Fachbegriffe rund um DiKAS, Kassensysteme und Gastronomie-IT.
A¶
ACK / NACK¶
Bestätigungs- und Fehlersignale in der Kommunikation mit Schankanlagen. ACK (Acknowledge) bestätigt den Empfang eines Befehls. NACK (Negative Acknowledge) signalisiert einen Fehler — der Befehl wird automatisch wiederholt.
Addimat¶
Hersteller von Schankanlagen. DiKAS unterstützt das Addimat-Protokoll (STX/ETX-Framing mit XOR-CRC-Prüfsumme) für automatische Getränkezapfung.
Allergene (EU-14)¶
Die 14 kennzeichnungspflichtigen Allergene nach EU-Verordnung Nr. 1169/2011. DiKAS speichert Allergene pro Artikel und druckt sie auf Bons.
API (Application Programming Interface)¶
Programmierschnittstelle. DiKAS bietet über 120 REST-API-Endpoints für die Integration mit externen Systemen. Authentifizierung über JWT-Token.
Artikelgruppe¶
Ordnungsstruktur für Artikel. Gruppen sind hierarchisch aufgebaut (bis zu 3 Ebenen) und bestimmen die Druckerzuordnung, Sortierung in der Kasse und Warengruppen-Auswertung. Drucker-Einstellungen vererben sich automatisch von der übergeordneten Gruppe.
Artikeloption¶
Zusatzauswahl bei einer Bestellung (z. B. Extra-Belag, Beilage, Zubereitungsart). Optionen können einen Aufpreis haben und als Pflicht- oder optionale Auswahl konfiguriert werden.
Audit-Log¶
Revisionssicheres Protokoll aller kassierrelevanten Vorgänge. Wird automatisch geführt und kann als Datei heruntergeladen werden. Relevant für Betriebsprüfungen.
B¶
Backup¶
Vollständige Sicherung aller DiKAS-Daten als ZIP-Datei. Enthält alle Dokumente (JSONL-komprimiert mit Brotli) und Dateianhänge. Kann selektiv wiederhergestellt werden (z. B. nur Artikel oder nur Kunden).
Bereichsabhängige Druckoption¶
Druckersteuerung, die je nach Tischgruppe (Servicebereich) unterschiedliche Drucker verwendet. Beispiel: Bierbestellungen im Biergarten gehen an den Gartendrucker, in der Stube an den Thekendrucker.
Bewirtungsbeleg¶
Steuerlich relevanter Beleg für geschäftliche Bewirtungskosten. DiKAS druckt automatisch einen Bewirtungsbeleg mit Anlass, Teilnehmern und Trinkgeld.
Bon¶
Kassenbeleg. DiKAS unterscheidet vier Bon-Typen: Rechnung (für den Gast), Sammelbon (Küchenübersicht), ExtraBon (einzelne Station) und StornoBon (Stornierung).
BYOD (Bring Your Own Device)¶
Konzept, bei dem beliebige Endgeräte als Kasse genutzt werden können — PC, Tablet, Smartphone. DiKAS läuft im Browser und benötigt keine Spezialhardware.
C¶
Clean Architecture¶
Software-Architekturmuster. DiKAS ist in vier Schichten aufgebaut: Domain (Geschäftslogik), Application (Anwendungsfälle), Infrastructure (Datenbank, Drucker), Web (API-Endpoints).
CouchDB¶
NoSQL-Datenbank, die DiKAS als Standard-Datenspeicher verwendet. Vorteile: Offline-Fähigkeit durch Replikation, dokumentenbasiertes Datenmodell, Echtzeit-Änderungsbenachrichtigungen.
CQRS (Command Query Responsibility Segregation)¶
Architekturmuster, das Lese- und Schreiboperationen trennt. DiKAS verwendet Commands für Änderungen (Bestellung aufgeben, Zahlung durchführen) und Queries für Abfragen (Artikel laden, Berichte anzeigen).
D¶
DATEV¶
Standard-Buchhaltungssoftware in Deutschland. DiKAS exportiert Kassendaten im DATEV-Format (EXTF v13) mit 7 verschiedenen Export-Modi. Unterstützt verschlüsselte ZIP-Archive und E-Mail-Versand an den Steuerberater.
Direktverkauf¶
Kassiervorgang ohne Tischzuordnung. Ideal für Imbiss, Bäckerei, Kiosk oder Thekenbetrieb. Artikel auswählen, Zahlungsart wählen, fertig.
Docker¶
Container-Technologie für Server-Deployment. DiKAS wird als einzelnes Docker-Image ausgeliefert (API + Frontend in einem Container).
DSFinV-K¶
Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme. Standardisiertes Exportformat für Betriebsprüfungen. DiKAS erstellt DSFinV-K-konforme Exporte.
E¶
ESC/POS¶
Druckprotokoll für Thermodrucker (Kassenbondrucker). Entwickelt von Epson, unterstützt von fast allen Bondruckern (Epson, Star, Bixolon, etc.). DiKAS kommuniziert über TCP/IP mit ESC/POS-Druckern.
ExtraBon¶
Zusätzlicher Bon, der bei einer Bestellung automatisch an eine bestimmte Station gedruckt wird (z. B. Küche, Bar, Salatstation). Jeder Artikel kann bis zu zwei ExtraBon-Drucker haben.
F¶
FinTS (Financial Transaction Services)¶
Protokoll für Online-Banking in Deutschland (Nachfolger von HBCI). DiKAS nutzt FinTS für den automatischen Kontoauszugsabruf zur Zuordnung von Zahlungseingängen.
FlexCel¶
Bibliothek zur Excel-Dateierzeugung. DiKAS verwendet FlexCel für Excel-Exporte (Zeiterfassung, Berichte, DATEV-Vorlagen).
FreeCount (Gratis-Anzahl)¶
Optionsgruppen-Einstellung. Legt fest, wie viele der günstigsten gewählten Optionen kostenlos sind. Beispiel: „Eine Soße inklusive" → FreeCount = 1.
G¶
Gang (Kurs)¶
Speisefolge in einem mehrgängigen Menü. DiKAS unterstützt Gangsteuerung: Der Kellner wechselt den Gang, und die Küche erhält einen Gang-Bon mit der Information, welche Gerichte als Nächstes zubereitet werden sollen.
Gang-Bon¶
Automatisch gedruckter Bon beim Gang-Wechsel. Informiert die Küche, dass der nächste Gang vorbereitet werden soll. Wird nur auf Druckern mit aktivierter Gang-Bon-Option gedruckt.
GDPdU (GoBD)¶
Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form. DiKAS erfüllt die GoBD-Anforderungen und erstellt GDPdU-konforme Exporte.
Gruber¶
Hersteller von Schankanlagen. DiKAS unterstützt das Gruber-Protokoll (STX/ETX-Framing mit ENQ-Handshake und optionaler XOR-Prüfsumme).
Gutschein (Wertgutschein / Einzelgutschein)¶
DiKAS unterscheidet zwei Gutscheinarten: Wertgutscheine (beliebiger Betrag, 0 % MwSt beim Verkauf, MwSt bei Einlösung) und Einzelgutscheine (für einen bestimmten Artikel, normale MwSt beim Verkauf, 0 % bei Einlösung).
H¶
Hausbon¶
Zahlungsart „auf Rechnung". Der Betrag wird auf dem Kundenkonto verbucht und kann später als Rechnung ausgestellt werden. Kein Kasseneffekt (es fließt kein Bargeld).
Hogatron¶
Hersteller von Schankanlagen (auch WMF). DiKAS unterstützt das Hogatron-Protokoll mit konfigurierbaren Feldlängen.
J¶
JWT (JSON Web Token)¶
Authentifizierungsmechanismus. DiKAS verwendet JWT-Token für die API-Authentifizierung. Token werden beim Login ausgestellt und bei jedem API-Aufruf mitgesendet.
K¶
KassenSichV¶
Kassensicherungsverordnung. Seit 01.01.2020 in Deutschland Pflicht. Jede elektronische Kasse muss eine TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) verwenden, die Transaktionen manipulationssicher signiert.
KDS (Kitchen Display System)¶
Küchemonitor. Zeigt Bestellungen auf einem Bildschirm statt auf Papier an. DiKAS nutzt SignalR für Echtzeit-Updates — neue Bestellungen erscheinen sofort.
Kundenguthaben¶
Prepaid-Guthaben auf dem Kundenkonto. DiKAS unterscheidet AccountBalance (aufgeladenes Barguthaben) und BonusBalance (Auflade-Bonus in Prozent/Betrag). Aufladung = 0 % MwSt, Einlösung = normale MwSt.
M¶
MediatR¶
.NET-Bibliothek für CQRS-Pattern. Alle DiKAS-Befehle (Commands) und Abfragen (Queries) werden über MediatR dispatcht.
Mindestverzehr¶
Mindestbestellwert pro Gast (z. B. in Clubs). Wird als Aufschlag beim Bezahlen berechnet, wenn der Gast den Mindestverzehr nicht erreicht hat.
N¶
NFC (Near Field Communication)¶
Kontaktlose Kommunikation über kurze Distanz. DiKAS nutzt NFC für Mitarbeiter-Anmeldung (Kellner hält Chip an Lesegerät) und Disco-Gästekonten (Karten-ID).
NgRx Signal Store¶
Angular-Bibliothek für globales State-Management. DiKAS verwendet den Signal Store (AppStore) für den Anwendungszustand im Frontend.
O¶
OpenBon¶
Offene Bestellposition. Jeder bestellte Artikel auf einem Tisch wird als einzelnes OpenBon-Dokument gespeichert. Alle OpenBons mit derselben BonId gehören zu einer Bestellsitzung. Wird bei Zahlung zum ReceiptItem.
Optionsvorlage (OptionTemplate)¶
Wiederverwendbare Sammlung von Artikeloptionen. Wird einmal erstellt und kann mehreren Artikeln zugewiesen werden. Änderungen an der Vorlage gelten sofort für alle zugeordneten Artikel.
P¶
PLU (Price Look-Up)¶
Artikelnummer für Schankanlagen. Jeder Zapfhahn hat eine PLU-Nummer. Der Artikel in DiKAS wird über das Feld „Schankanlage-PLU" mit dem Zapfhahn verknüpft.
POS (Point of Sale)¶
Kassensystem / Verkaufspunkt. In DiKAS der Bereich, in dem kassiert wird (im Gegensatz zum Admin-Bereich für Verwaltung).
Preisregel¶
Automatische Preisänderung basierend auf Bedingungen wie Wochentag, Uhrzeit, Tischgruppe, Kundengruppe oder Liefermodus. Artikel-Regeln haben Vorrang vor Gruppen-Regeln.
PrintPool¶
Hintergrund-Druckdienst in DiKAS. Verwaltet eine Warteschlange von Druckaufträgen, sendet sie über TCP an Drucker und behandelt Fehler mit automatischen Wiederholungsversuchen und Backup-Druckern.
Q¶
QR-Code (TSE)¶
DiKAS druckt einen QR-Code auf Kassenbons, der die TSE-Signatur enthält. Format nach DSFinV-K Anhang I: Seriennummer, Signaturzähler, Startzeitpunkt, Endzeitpunkt, Signatur.
R¶
Receipt (Beleg)¶
Kassenbeleg nach einer Zahlung. Enthält alle Positionen, Steueraufschlüsselung, Zahlungsart(en) und TSE-Signatur. Wird in der Datenbank dauerhaft gespeichert.
REST API¶
Programmierschnittstelle über HTTP. DiKAS bietet 120+ Endpoints unter /api/v1/... für alle Funktionen: Artikel, Bestellungen, Zahlungen, Kunden, Berichte, Einstellungen.
S¶
Sammelbon¶
Zusammenfassender Bon, der alle Artikel einer Bestellung für eine bestimmte Station gruppiert. Im Gegensatz zum ExtraBon (ein Bon pro Artikel) zeigt der Sammelbon alle Positionen auf einen Blick.
Schankanlage (Beverage Dispensing System)¶
Automatische Getränkezapfanlage. DiKAS unterstützt Gruber, Addimat und Hogatron/WMF über Serial, TCP oder UDP. Bestellungen lösen automatisches Zapfen aus.
SEPA-Lastschrift¶
Europäisches Einzugsverfahren. DiKAS erstellt SEPA-XML-Dateien für den automatischen Bankeinzug offener Rechnungen und Abonnements.
SignalR¶
Echtzeit-Kommunikationstechnologie. DiKAS nutzt SignalR für Live-Updates im Küchemonitor, bei Tischänderungen und Konfigurationsänderungen. Alle verbundenen Geräte sehen Änderungen sofort.
Soft Delete¶
Löschmechanismus, bei dem Datensätze nicht physisch gelöscht, sondern als „gelöscht" markiert werden. Dadurch bleiben sie in Berichten und historischen Daten erhalten.
Split-Zahlung¶
Getrennte Zahlung einer Rechnung. DiKAS unterstützt sowohl das Aufteilen nach Positionen (jeder Gast zahlt seine Artikel) als auch nach Betrag (gleichmäßiges Teilen).
SQLite¶
Lokale Datenbankengine. DiKAS kann alternativ zu CouchDB mit SQLite betrieben werden — ideal für Einzelplatzinstallationen und die Android-App.
System-Artikel¶
Vordefinierte Artikel in DiKAS, die für interne Funktionen benötigt werden (z. B. Guthaben-Aufladung, Gutschein-Einlösung, Pfand). Können nicht gelöscht werden.
T¶
Tagesabschluss (Z-Bericht)¶
Abschluss einer Geschäftsschicht. Fasst alle Umsätze, Zahlungsarten, Steuern und Differenzen zusammen. Wird TSE-signiert und als PDF oder Bon gedruckt. Setzt die Schankanlage zurück (wenn konfiguriert).
Tischgruppe¶
Servicebereich im Betrieb (z. B. Innenraum, Terrasse, Biergarten, VIP). Tischgruppen steuern die Druckerauflösung (bereichsabhängige Druckoptionen) und können eigene Preisregeln haben.
TSE (Technische Sicherheitseinrichtung)¶
Manipulationssicherer Signaturmechanismus für Kassensysteme. In Deutschland seit 01.01.2020 Pflicht. DiKAS unterstützt Hardware-TSE (Swissbit USB) und TSE-Proxy (Netzwerk). Jeder Beleg, jede Bestellung und jeder Tagesabschluss wird signiert.
V¶
Virtueller Drucker¶
Platzhalter-Drucker in DiKAS: Kellner-Drucker (__kellner__) = der Drucker des aktuellen Endgeräts. Standard-Drucker (__standard__) = der in den Einstellungen festgelegte Standard-Drucker.
Voucher¶
→ siehe Gutschein
Z¶
Zeitartikel¶
Artikel mit zeitbasierter Abrechnung (z. B. Billardtisch, Bowlingbahn pro Stunde). Der Preis wird automatisch nach Dauer berechnet.
ZVT (Zahlungsverkehrstechnik)¶
Standardprotokoll für die Kommunikation zwischen Kassensystem und EC-Terminal in Deutschland. DiKAS kommuniziert über ZVT mit jedem kompatiblen Terminal (Ingenico, Verifone, CCV etc.) — ohne Bindung an einen bestimmten Zahlungsanbieter.
Nächster Schritt¶
→ Häufige Fragen (FAQ) — Die wichtigsten Fragen und Antworten
→ Fehlerbehebung — Wenn etwas nicht funktioniert